Prognosemärkte ermöglichen Wetten auf Landtagswahlen trotz behördlicher Einordnung als illegales Glücksspiel
Xander Vogel · May 29, 2026

Prognosemärkte ermöglichen Wetten auf Landtagswahlen trotz behördlicher Einordnung als illegales Glücksspiel

Plattformen wie Polymarket bieten derzeit Wetten auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an, die für September 2026 geplant sind, sowie auf das mögliche Ausscheiden von Bundeskanzler Friedrich Merz vor 2027, während die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder diese Angebote als unerlaubte Gesellschaftswetten einstuft. Nutzer aus Deutschland können weiterhin auf die Seiten zugreifen, doch Zahlungen von deutschen IP-Adressen bleiben blockiert, und die Behörde leitet entsprechende Fälle an die Strafverfolgungsbehörden weiter.
Rechtliche Einordnung durch die GGL
Die GGL hat bereits in einer Stellungnahme aus dem September 2025 deutlich gemacht, dass solche Prognosemärkte nicht über die erforderliche Lizenz für Glücksspielaktivitäten in Deutschland verfügen und daher als manipulierbar gelten. Behördenvertreter erklären, dass die Plattformen keine regulierten Anbieter sind, was den Schutz von Teilnehmern und die Integrität der Märkte in Frage stellt. In der Praxis bedeutet dies, dass Anfragen und Transaktionen aus dem Bundesgebiet unter Beobachtung stehen, während die technische Zugangsblockade für Zahlungen als zentrale Maßnahme dient.
Beteiligte Plattformen und angebotene Wetten
Polymarket und vergleichbare Anbieter listen spezifische Optionen zu den Wahlergebnissen in den drei genannten Bundesländern sowie zu politischen Entwicklungen rund um das Amt des Bundeskanzlers. Nutzer können auf Ausgänge wie Sitzverteilungen oder personelle Veränderungen setzen, wobei die Märkte durch dezentrale Mechanismen betrieben werden. Beobachter stellen fest, dass diese Angebote trotz der rechtlichen Einschränkungen weiterhin sichtbar bleiben, da die Plattformen ihren Sitz außerhalb Deutschlands haben und keine direkte Lizenzpflicht erfüllen. Die GGL verweist in solchen Fällen auf bestehende Meldewege an Ermittlungsbehörden, um gegen die Verbreitung illegaler Wetten vorzugehen.
Risiken für Teilnehmer und politische Prozesse
Experten weisen auf mögliche Insider-Handel und Marktmanipulation hin, die durch nicht regulierte Prognosemärkte begünstigt werden können, da Informationen über politische Entwicklungen unkontrolliert in Wetten einfließen. Die GGL betont, dass solche Plattformen anfällig für äußere Einflüsse sind, die das Vertrauen in demokratische Wahlen beeinträchtigen könnten. In Mai 2026, also wenige Monate vor den Wahlen, zeigen sich bereits erste Aktivitäten auf den Märkten, die auf steigendes Interesse an den Ergebnissen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hindeuten. Daten der Behörde belegen, dass bisherige Fälle an Strafverfolgungsstellen weitergeleitet wurden, ohne dass direkte Zugriffsbeschränkungen auf die gesamten Plattformen erfolgten.

Statistiken der GGL verdeutlichen, dass die Blockade von Zahlungen aus deutschen Netzwerken als effektives Instrument zur Einschränkung der Teilnahme dient, während der reine Informationszugriff technisch schwer vollständig zu unterbinden ist. Behördenvertreter erläutern, dass Manipulationen nicht nur finanzielle Risiken für einzelne Nutzer bergen, sondern auch die Glaubwürdigkeit politischer Prognosen untergraben können. In diesem Zusammenhang verfolgt die GGL einen Ansatz, bei dem Warnungen an die Öffentlichkeit kombiniert werden mit der Weiterleitung konkreter Verdachtsfälle.
Technische und regulatorische Maßnahmen
Die Behörde setzt auf IP-basierte Zahlungsblockaden und Kooperationen mit internationalen Plattformbetreibern, um die Reichweite illegaler Gesellschaftswetten einzugrenzen. Nutzer, die dennoch versuchen, Transaktionen durchzuführen, stoßen auf technische Hürden, die von den Anbietern implementiert wurden, um deutschen Vorschriften zu entsprechen. Die GGL dokumentiert laufend neue Angebote und leitet diese Informationen an die zuständigen Stellen weiter, wodurch eine systematische Überwachung entsteht. Experten beobachten, dass diese Vorgehensweise dazu führt, dass viele potenzielle Teilnehmer von einer Beteiligung absehen, da rechtliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden können.
Auswirkungen auf den deutschen Markt
Die Verfügbarkeit von Wetten auf bevorstehende Landtagswahlen zeigt, dass internationale Plattformen trotz nationaler Verbote weiterhin Angebote bereitstellen, die in Deutschland als unerlaubt gelten. Die GGL reagiert darauf mit gezielten Warnungen und der Einleitung von Verfahren, die auf eine Reduzierung der Teilnahme abzielen. In den kommenden Monaten bis zu den Wahlen im September 2026 bleibt abzuwarten, wie sich die Aktivitäten auf diesen Märkten entwickeln und welche weiteren Schritte die Behörden ergreifen. Beobachter berichten, dass die Kombination aus technischen Barrieren und rechtlichen Hinweisen bereits zu einer geringeren Nutzung aus dem Bundesgebiet geführt hat.
Conclusion
Die Situation um Prognosemärkte wie Polymarket verdeutlicht die Herausforderungen bei der Durchsetzung deutscher Glücksspielregeln gegenüber internationalen Anbietern. Die GGL hält an ihrer Linie fest, illegale Gesellschaftswetten zu unterbinden, indem sie auf Zahlungsblockaden und Strafverfolgungsmaßnahmen setzt. Nutzer erhalten klare Hinweise auf die rechtlichen Risiken, während die Plattformen selbst weiterhin operieren, jedoch mit eingeschränkter Zugänglichkeit für deutsche Teilnehmer. Diese Entwicklung bleibt ein zentrales Thema für die regulatorische Arbeit in den kommenden Monaten.